Netamo Healthy Home Coach
Photos: Masaki Okumura and Marion Leflour

Zu warm, zu kalt, zu trocken, zu feucht. Wohl fast jeder kennt das Problem, dass eine richtige Klimatisierung von Innenräumen eine Wissenschaft für sich werden kann. Insbesondere bei einem Wetterwechsel und beim Übergang der Jahreszeiten stellt dieses viele vor eine Herausforderung. Aber woher sollen auch verlässliche Daten stammen, damit man bei weniger guten Klimawerten gegensteuern kann?

Der Netatmo Healthy Home Coach soll dabei helfen. Es handelt sich dabei um einen Sensor für Innenräume, der die Raumtemperatur, die Luftfeuchtigkeit, die CO2-Werte und die Lautstärke im  Raum misst und den Nutzer informiert sobald ein oder mehrere Werte Handlungsbedarf auslösen.

Das Styling und das Design des Healthy Home Coach ist durch aus gelungen, und fügt sich mit Sicherheit in viele Umgebungen gut und unauffällig ein. Die äußere Metallhülle des Gerätes fühlt sich hochwertig an. Ob Rosé-Gold jedermanns Geschmack ist, darüber lässt sich natürlich vortrefflich streiten.

Bei der Installation wird man von der App durch den kompletten Vorgang geführt. Jedoch ist man schnell etwas verloren, wenn es während der Installation zu Problemen kommt und die drei vorgeschlagenen Maßnahmen keine Wirkung keine Wirkung zeigen. Ein Zugriff auf die vollständige Hilfe ist erst nach der erfolgreichen Installation verfügbar. An dieser Stelle sollte der Hersteller dringend nachbessern und mehr Hilfe-Funktionalitäten während der Installation in die App integrieren. In unserem Fall hat nur das vierfache(!) Neustarten der App und die Trennung des Healthy Home Coach vom Strom den gewünschten Erfolg gebracht, um Installation erfolgreich abzuschließen. Ein ungeduldiger Anwender hätte da eventuell schon aufgegeben.

Ist die Installation einmal gelungen, versorgt der Healthy Home Coach den Nutzer mit Informationen zur Raumtemperatur, zur Luftfeuchtigkeit, zu den CO2-Werten und zur aktuellen Lautstärke im Raum. Verfügt man über mehrere Healthy Home Coaches lassen sich diese einzelnen Räumen zuweisen.  Jedes Gerät kann dabei noch einem Profil zugeordnet werden. So kann unterscheiden werden, ob es sich beim Aufstellungsort um ein Raum handelt, den die ganze Familie nutzt, ein Raum in dem sich ein Baby aufhält oder ein Raum ist, der von einem Asthmapatienten genutzt wird. Laut der Hilfe wird bei einem Asthmatiker-Profil die Luftfeuchtigkeitsalarmwerte strenger berücksichtigt als bei dem Familienprofil und bei dem Babyprofil werden die Temperaturalarmwerte strenger berücksichtigt als im Familienprofil. Wo die einzelnen Schwellwerte jedoch genau liegen, ist leider nicht ersichtlich.

Durch das Antippen des Healthy Home Coach am oberen Rand gibt er in Form eines Farbcodes eine Rückmeldung, wie der Gesamtstatus des Raumklimas aktuell bewertet wird. Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert aus allen gemessenen Werten. Die einzelnen Werte (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2-Werte und Lautstärke) und Bewertungen lassen sich nur in der App einsehen.

NETATMO Healthy Home Coach im Kinderzimmer
Durch das Antippen des Healthy Home Coach erfährt man über ein visuelles Signal wie es um das Raumklima bestellt ist

Auch wenn sich die Daten übersichtlich und gut darstellen lassen und man den Maßstab ändern kann, fehlt leider eine Exportfunktion, die es ermöglicht die Daten gegebenenfalls in anderen Anwendungen zu analysieren oder diese auch entsprechend weiterzugeben.

Die App selbst ist gut und übersichtlich gegliedert und dürfte auch von Smart-Home-Anfängern schnell verstanden werden. Warum Netatmo jedoch für die unterschiedlichen Produkte jeweils eine eigene App anbietet und nicht sämtliche verfügbaren Geräte in einer App integriert bleibt schleierhaft. Zur Ansicht der aktuellen Daten muss man nicht zwangsläufig im eigenen WLAN wie der Healthy Home Coach sein. Auch von unterwegs kann man sich einen Überblick zum Raumklima verschaffen.

In den Einstellungen kann man auch Benachrichtigungen aktivieren bzw. deaktivieren die einen bei zum Beispiel zu niedrigen Temperaturen oder zu hohen CO2-Werten informiert. Leider fehlt jedoch die Möglichkeit, diese Schwellwerte individuell fest zu legen. Auch fehlt eine Funktion, dass die Meldungen nur zu bestimmten Zeiträumen angezeigt werden. Eine Information zu einer zu niedrigen Temperatur im Schlafzimmer nachts um 3:30 Uhr erscheint wenig sinnvoll.

Fortgeschrittenen und erfahrenen Nutzern wird es nicht gefallen, dass es leider auch keine Unterstützung für eine IFTTT-Anbindung gibt.

Im Grunde genommen hat Netatmo mit dem Healthy Home Coach vieles richtig gemacht. Jedoch gibt es noch einige Punkte, bei denen softwareseitig Luft nach oben besteht.

Fazit:

Wer sich ein schnelles Bild über die aktuellen Raumklimawerte verschaffen will und auf individuelle Anpassung von Schwellwerten oder auch eine Auswertung von Werten verzichten kann, wird mit dem Netatmo Healthy Home Coach eine nützliche Smart-Home-Anwendung finden.

Nutzer, die mehr erwarten als eine aktuelle Darstellung der Ist-Werte und auch Daten zwischen verschiedenen Räumen vergleichen wollen und die Daten rückwirkend über einen längeren Zeitraum betrachten wollen, werden wahrscheinlich nicht vollständig auf Ihre Kosten kommen.

Die grundsätzliche Idee des Healthy Home Coach ist auf jeden Fall gut. Da sich eigentlich alle Punkte, in denen der Healthy Home Coach sein Potenzial noch nicht ausreizt auf die Software beziehen, bleibt die Hoffnung, das der Hersteller hier noch nachbessert.

 

NETATMO Healthy Home Coach

7.7 NETATMO Healthy Home Coach

Pro

  • Gute Produktidee mit Mehrwert für den Nutzer
  • Gute übersichtliche App
  • Profile für verschiedene Räume wählbar
  • Ansprechendes Design

Contra

  • Hilfe während des Installation unzureichend
  • Keine individuelle Einstellung der Schwellwerte möglich
  • Kein Datenexport möglich
  • Vergleich zwischen verschiedenen Räumen ist umständlich
Installation
Handhabung
Design
Qualität
Preis/Leistung

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